Bundesminister der Verteidigung sprach auf Festakt zur Bedeutung des Sprachendienstes

Mit einem Festakt eröffnete das Bundessprachenamt seine Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen. Am 5. Juni 2009 hatte Präsident Wolfgang Steimels zunächst den Bundesminister der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung sowie die Bedarfsträger des Bundessprachenamtes zu einer Feierstunde in das Schloss Augustusburg eingeladen. Am 7. Juni schloss sich ein Tag der offenen Tür an, bevor die Beschäftigten des Bundessprachenamtes am 8. Juni zu einer Informationsveranstaltung zusammentrafen.
In seiner Festrede im Schloss Augustusburg hob der Verteidigungsminister am 5. Juni vor allem die Bedeutung des Bundessprachenamtes hervor. Ohne die Hilfe und Ausbildung wären multinationale Einsätze, wie beispielsweise unter dem ISAF-Mandat in Afghanistan, nicht möglich. Daher sei das Bundessprachenamt ein "Garant für fremdsprachliche Kompetenz und leistungsfähige Ausbildung", sagte der Verteidigungsminister vor den rund 200 Gästen.
Vermittlung interkultureller Kompetenz
Die Vermittlung von Sprache und der damit verbundenen interkulturellen Kompetenz sei ein essentieller Bestandteil um Vertrauen zu schaffen. Das sei vor allem gegenüber verbündeten Streitkräften oder auch gegenüber der Bevölkerung in den jeweiligen Einsatzgebieten eine wichtige Aufgabe. Mit einem Angebot von über 40 Sprachen und den Schwerpunkten in Sprachausbildung, Übersetzung, Dolmetschen und Terminologie, sei dafür eine gute Basis geschaffen. Darauf können die rund 975 Mitarbeiter stolz sein, lobte der Minister, der diese "professionelle Arbeit" einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung des Auftrags der Bundeswehr nannte.
Unterstützung der Auslandseinsätze
Präsident Wolfgang Steimels, der den Festakt unter den Leitspruch "Die Bundeswehr in Afghanistan" gesetzt hatte, legte in seiner Rede die vielfältigen Unterstützungen des Bundessprachenamtes für die Auslandseinsätze dar. Er bedankte sich bei den Bedarfsträgern für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit und sicherte zu, dass das Bundessprachenamt auch künftig alles unternehme, um der professionelle Dienstleister in Sachen Sprache zu bleibt. Als Beispiel für die Flexibilität und Kundenorientierung des Bundessprachenamtes verwies er darauf, dass seit letztem Jahr mehrere Afghanen mit deutscher Staatsangehörigkeit beschäftigt werden, die in Afghanistan dolmetschen und in Deutschland Dari und Paschtu lehren.
Dank des afghanischen Volkes
Die Vertreterin der Botschafterin Afghanistans, Frau Freshta Rahimi Neda, bedankte sich in ihrer Rede für das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan. Sie hob dabei die Bedeutung des Sprachendienstes für die Schaffung von Frieden und Sicherheit in ihrem Land hervor. Insbesondere gedachte sie derjenigen, die ihr Leben für dieses Ziel in Afghanistan verloren haben. Sie plädierte für eine weitere Unterstützung bei der Herstellung von Sicherheit und Frieden in ihrem Land. Ihre Ansprache, die sie in Dari hielt, wurde dabei konsekutiv von Herrn Abdul Hasib Hakim gedolmetscht, der im Referat S 5 des Bundessprachenamtes als Sprachlehrer tätig ist. Einer seiner Schüler, der gerade in Vorbereitung seines Generalstabslehrgangs in Pakistan eine Sprachausbildung in Paschtu erhielt, war Major Manfred Permanseder. Er sprach im Anschluss über seine Erfahrungen mit dem Erlernen von Paschtu im Bundessprachenamt und berichtete über die positiven Rahmenbedingungen beim Erlernen dieser Sprache.Präsident Steimels wertete den Festakt als einen wichtigen Meilenstein, um den wichtigsten Kunden des Bundessprachenamtes die Modernität des Bundessprachenamtes in der gesamten Breite der Tätigkeiten darzulegen. "Es war auch für mich beeindruckend, welches Interesse die hochrangigen Vertreter unserer wichtigsten Bedarfsträger an unserer 40-Jahr-Feier hatten", sagte Steimels. Diese Popularität und die Aufmerksamkeit, die dem Amt und seinen Beschäftigen auf dem Festakt zuteil wurde, zeige erneut die zentrale Bedeutung unserer täglichen Arbeit, so der Präsident weiter.
