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Bundessprachenamt dankt den Patinnen und Paten seiner ausländischen Lehrgangsteilnehmer

Brigadegeneral Volker Barth, Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, im Gespräch mit dem Präsidenten des Bundessprachenamtes, Wolfgang Steimels und Gattin. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender.Lupe
Brigadegeneral Volker Barth, Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, im Gespräch mit dem Präsidenten des Bundessprachenamtes, Wolfgang Steimels und Gattin. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender.

Sie heißen Jurij, Abdelilah, Giorgi oder Andrian und stammen beispielsweise aus Albanien, der Ukraine, Marokko und Georgien. Sie alle leben derzeit in Hürth im Bundessprachenamt und sie eint ein gemeinsames Ziel: Sie wollen das Sprachleistungsprofil (SLP) 3332 in Deutsch erwerben. Denn dieses SLP ist für die Hauptleute bis Oberste Voraussetzung dafür, dass sie ab August 2009 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg den LGAI besuchen dürfen.

Das Bundessprachenamt ist für den Erwerb dieses SLPs ein gut geeigneter Ort. Kleine Klassen, moderne Unterrichtsmethoden, eine passende Ausstattung, motivierte und erfahrenes Lehr- und Betreuungspersonal sorgen für ein schnelles und nachhaltiges Erlernen der Sprache. "Erst mit der Sprache geht die Welt auf", stellte einst der Philosoph Hans-Georg Gadamer fest. Aber um die Welt einer neuen Sprache erst richtig verstehen zu können, reicht das reine Pauken von Vokabeln nicht aus.

Deshalb vermittelt der Militärische Anteil beim Bundessprachenamt für die Lehrgangsteilnehmer Patenschaften zu Bürgerinnen und Bürgern der Region. Diese Patenschaften haben zum Ziel, den ausländischen Offizieren die deutsche Kultur sowie nationale Sitten und Gebräuche näher zu bringen. Die Paten sollen die ausländischen Offiziere auch bei alltäglichen Dingen unterstützen, sei es bei der Einrichtung eines Kontos oder beim Verfassen von Briefen. "Besuche in den Familien der Paten stehen ebenso auf dem Programm wie gemeinsame Ausflüge", erläutert der Dienstälteste Offizier beim Bundessprachenamt, Oberstleutnant Mathias Köhler. Für viele ausländische Offiziere seien gerade die gemeinsamen Erlebnisse und gemeinsame Problemlösungen eine wertvolle Erfahrung, um Deutschland kennenzulernen und zu verstehen, so Köhler.

In der gegenseitigen interkulturellen Verständigung sieht der Präsident des Bundessprachenamtes, Wolfgang Steimels, daher auch den besonderen Wert dieser Ausbildung für die deutsche Sicherheitspolitik: "Wir eröffnen die Möglichkeit zur menschlichen Begegnung, zum Dialog und zur Verständigung, wodurch oftmals Freundschaften entstehen. Es wäre schön, wenn wir auch hierdurch einen Beitrag zu einer friedlicheren und sichereren Welt leisten", sagte Wolfgang Steimels in seiner Ansprache während des Großen Patenabends des Bundessprachenamtes am 26. März 2009 im Offizierheim der Luftwaffenkaserne in Köln-Wahn. Über 250 Gäste hatten sich hier versammelt, um den Patinnen und Paten zu danken, zu deren Ehren das Holzbläserquintett des Musikkorps der Bundeswehr spielte.

Brigadegeneral Volker Barth, Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, Kommandeur Bundeswehrschulen und General für Streitkräftegemeinsame Ausbildung, verwies in seiner Ansprache darauf, dass es für Soldatinnen und Soldaten auf der ganzen Welt wichtig sei, Netzwerke zu bilden. Dies werde durch die Sprachausbildung in Hürth und den Lehrgang an der Führungsakademie Hamburg in besonderer Weise ermöglicht. Das Bilden eines internationalen Netzwerkes sei für die Gestaltung der sicherheitspolitischen Herausforderungen eine unverzichtbare Grundlage. Über die weltweiten Einsätze treten deutsche Soldatinnen und Soldaten kontinuierlich mit Soldatinnen und Soldaten anderer Länder militärisch-operationell in Verbindung. Wenn dies auf der Grundlage gegenseitiger Kenntnis geschehe, dann sei vieles leichter. Den Patinnen und Paten sei auch deshalb zu danken, da sie unserem Land ein konkretes Gesicht geben, das den ausländischen Lehrgangsteilnehmern unvergesslich präsent bleibe.

Funktioniert diese Netzwerkbildung? Werden Freundschaften gefördert? Zumindest die Alltagssprache stellt für die meisten der Lehrgangsteilnehmer nach zum Teil mehr als einem halben Jahr des Studiums am Bundessprachenamt in Hürth keine große Herausforderung mehr dar. Zwischen vielen Paten und ihren "Patenkindern" haben sich enge und vertraute Beziehungen herausgebildet. Sichtbar wurde die Völkerverständigung im Laufe des Großen Patenabends. Kanapees und Kölsch waren für die meisten Patinnen und Paten wie auch die Lehrgangsteilnehmer eine gemeinsame und solide Grundlage für erfrischende und bereichernde Gespräche und Diskussionen. Dass diese in der Regel nicht über Kriege und Krisen, sondern über Kinder, Familie und Zukunft geführt wurden, zeigte, wie gut weltweite Verständigung hier funktioniert.


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Brigadegeneral Volker Barth, Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, im Gespräch mit einem ausländischen Lehrgangsteilnehmer des Bundessprachenamtes und dessen Paten. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Brigadegeneral Volker Barth, Stellvertreter des Amtschefs Streitkräfteamt, im Gespräch mit einem ausländischen Lehrgangsteilnehmer des Bundessprachenamtes und dessen Paten.
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Der Militärische Anteil beim Bundessprachenamt vermittelt die Patenschaften. Unter den Patinnen und Paten befinden sich auch eine Reihe aktiver Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wie auch Reservisten. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Der Militärische Anteil beim Bundessprachenamt vermittelt die Patenschaften. Unter den Patinnen und Paten befinden sich auch eine Reihe aktiver Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wie auch Reservisten.
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Die Vorgesetzten der ausländischen Lehrgangsteilnehmer sind in aller Regel die Militärattachés der Herkunftsländer. Der stellvertretende Verteidigungsattaché der Volksrepublik China, Oberst Yuan, zählte auch zu den Gästen des Bundessprachenamtes, war selber Lehrgangsteilnehmer am LGAI 2006 und wird vom Dienstältesten Offizier beim Bundessprachenamt, Oberstleutnant Mathias Köhler, herzlich begrüßt. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Der stellvertretende Verteidigungsattaché der Volksrepublik China, Oberst Yuan, zählte auch zu den Gästen des Bundessprachenamtes, war selber Lehrgangsteilnehmer am LGAI 2006 und wird vom Dienstältesten Offizier beim Bundessprachenamt, Oberstleutnant Mathias Köhler, herzlich begrüßt.
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Auch der Bürgermeister der Stadt Hürth, Walther Boecker (Mitte), hat eine Patenschaft für einen Lehrgangsteilnehmer übernommen (im Bild links). Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Auch der Bürgermeister der Stadt Hürth, Walther Boecker (Mitte), hat eine Patenschaft für einen Lehrgangsteilnehmer übernommen (im Bild links).
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Hob in seiner Rede die Bedeutung der Sprachausbildung für die Völkerverständigung hervor: Der Präsident des Bundessprachenamtes, Wolfgang Steimels. Foto: Bundessprachenamt/ Linda Woitha. Lupe
Hob in seiner Rede die Bedeutung der Sprachausbildung für die Völkerverständigung hervor: Der Präsident des Bundessprachenamtes, Wolfgang Steimels.
Foto: Bundessprachenamt/ Linda Woitha.
Diskussionsteilnehmer aus drei Kontinenten bei Brezeln. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Diskussionsteilnehmer aus drei Kontinenten bei Brezeln.
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Postsowjetische Freundschaft mit Kölsch aus Köln: Lehrgangsteilnehmer aus Moldau, Georgien und Armenien am Rande des Patenabends in Köln. Foto: Bundessprachenamt/Wolfgang Sender. Lupe
Postsowjetische Freundschaft mit Kölsch aus Köln: Lehrgangsteilnehmer aus Moldau, Georgien und Armenien am Rande des Patenabends in Köln.
Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender.
Major Dipl.-Ing. Abdelilah Denhlima, Sprecher des LGAI 2009, bei seiner Rede auf dem Großen Patenabend. Foto: Bundessprachenamt/ Linda Woitha. Lupe
Major Dipl.-Ing. Abdelilah Denhlima, Sprecher des LGAI 2009, bei seiner Rede auf dem Großen Patenabend.
Foto: Bundessprachenamt/ Linda Woitha.


Stand vom 30.03.2009 | Text: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender | Foto: Bundessprachenamt/ Wolfgang Sender/ Linda Woitha