"Braucht man in Tansania einen Regenschirm?" Hürther Schülerinnen und Schüler lernten im Bundessprachenamt die Länder ausländischer Lehrgangsteilnehmer kennen

Foto: Bundessprachenamt/ W.Sender.
"Wie warm ist es in Albanien im Sommer?", "Mit wie viel Jahren kommt man in Südkorea in die Schule?" und "Braucht man in Tansania einen Regenschirm?". Fragen über Fragen stellten die rund 25 Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen des Hürther Ernst-Mach-Gymnasiums, die am 10. März 2009 zu Besuch im Bundessprachenamt waren. Im Rahmen der "8. Weltreise", eines privat organisierten Austauschprogramms, besuchten sie das Bundessprachenamt und unterhielten sich mit acht Lehrgangsteilnehmern. Das Motto der Veranstaltung: "Hürther aus aller Welt lernen sich kennen". Dieses Kennenlernen funktionierte schnell und direkt. Die ausländischen Offiziere wurden nicht nur nach Haustieren, Essgewohnheiten oder Religionen in ihren Heimatländern befragt, sondern auch zu ganz persönlichen Themen. Eine dringende Klärung bedurfte so die Frage, ob in Südkorea alle Soldaten Tarnanzüge tragen, welche Hobbies man in Afghanistan hat und woher eine Narbe bei einem Vortragenden kam.
Für Oberstleutnant Joachim Felder, der die Begegnung im Bundessprachenamt organisierte, gingen solcherart Fragen in die richtige Richtung. "Wir im Bundessprachenamt möchten den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit geben, Menschen aus fremden Ländern kennenzulernen und ihnen Gemeinsamkeiten und Unterschiede näher bringen. Indem sich Offiziere beispielsweise aus Südkorea, der Mongolei oder Peru vorstellen, konnten wir so tatsächlich eine kleine Weltreise machen", so Felder. Leicht war dies für die Vortragenden nicht. Schließlich mussten sie den Kindern auf Deutsch über ihr Land berichten, obwohl manche von ihnen diese Sprache gerade erst einmal seit ein paar Monaten in Hürth lernen. So erfuhren die Schüler auch, wie schwierig es sein kann, sich selbst und das eigene Land in einer Fremdsprache zu präsentieren, und wie grundlegend Sprachkenntnisse sind, um andere zu verstehen und einander näher zu kommen.
Auch der Leitende Regierungsdirektor Klemens Kröther, der in Vertretung des Präsidenten des Bundessprachenamtes an der Veranstaltung teilnahm, erläuterte den Schülerinnen und Schülern, wie grundlegend Sprachen für die weltweite Verständigung sind. Ohne Übersetzerinnen und Übersetzer, wie sie am Bundessprachenamt tätig sind, könne kein Kind Harry Potter auf Deutsch lesen, erläuterte Kröther den Fünftklässlern. Übersetzungen von Harry Potter gehörten zwar nicht zum Auftragsbestand des Bundessprachenamtes, aber dafür werden hier andere wichtige Dokumente und Schriftstücke übersetzt, die für die internationale Kommunikation wichtig seien.
Eine Form internationaler Kommunikation konnten die Schülerinnen und Schüler am Ende der Reise tatsächlich selbst üben. Die Lehrgangsteilnehmer hatten für sie einen kleinen Sprachführer in ihren Heimatsprachen erstellt. Sehr hilfreich für die internationale Kommunikation war dabei das "Guten Tag", das manche der Kinder nun nach ihrem Besuch im Bundessprachenamt in acht Sprachen sagen können. Einen weiteren Satz haben sich die Kinder vermutlich auch gut gemerkt und dieser reflektiert wohl auch interkulturelle Gemeinsamkeiten: "Hausaufgaben sind doof". Auf Mongolisch lautet dies übrigens: "Geriin daalgawar bol teneg!" Und ja, meinte die aus Tansania stammende Lehrgangsteilnehmerin, in Tansania braucht man einen Regenschirm.
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Foto: Bundessprachenamt/ W.Sender.
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